Deutsche Post DHL Geschäftsbericht 2012

Geschäftsbericht 2012

Siegel: DHL in China

Unternehmensbereich
GLOBAL FORWARDING, FREIGHT

Auszug aus dem Konzerngeschäftsbericht 2012 der Deutsche Post AG

Unternehmensbereich GLOBAL FORWARDING, FREIGHT

Geschäftsfelder und Marktpositionen

Spediteur für Luftfracht, Seefracht und Straßentransport

Mit den Geschäftsfeldern Global Forwarding und Freight ist DHL im Konzern als Spediteur von Luft-, See- und Landfracht zuständig. Unsere Leistungen reichen von standardisierten Containertransporten über branchenspezifische Transporte bis zu spezialisierten Komplettlösungen für Industrieprojekte. Ein Team von rund 42.000 Mitarbeitern weltweit verbessert kontinuierlich unsere Leistungen, um jeden Wunsch unserer Kunden zu ihrer Zufriedenheit zu erfüllen.

Wir betreiben unser Geschäft mit einem sehr niedrigen Anlagevermögen. Das Geschäftsmodell beruht darauf, Transportleistungen zwischen unseren Kunden und Frachtunternehmen zu vermitteln. So können wir Sendungen bündeln, entsprechend größere Volumina erzielen, günstiger einkaufen und unser Netz besser auslasten. Dank unserer weltweiten Präsenz können wir unterschiedliche Transportwege anbieten und so die steigende Nachfrage nach multimodalen Transporten erfüllen.


Führender Anbieter auf einem schwächeren Luftfrachtmarkt

Der Luftfrachtmarkt zeigte im Jahr 2012 Schwächen. In den ersten sechs Monaten des Berichtsjahres sind die Volumina zwar nicht so stark zurückgegangen wie in der zweiten Hälfte des Vorjahres. Dennoch sind die weltweit geflogenen Frachttonnenkilometer laut Weltluftfrachtverband IATA im Berichtsjahr gesunken, bis Ende Juni um 2,6 %. Die Fluggesellschaften haben angesichts der geringeren Nachfrage ihre Gesamtkapazität nur noch leicht um 0,83 % erweitert (Stand: Juni 2012). Während die Kapazitäten für die Passage noch erhöht wurden, wurden sie im Frachtgeschäft vermindert.

Im Luftfrachtgeschäft transportiert DHL einen erheblichen Anteil der globalen Technologie- und Fertigungsprodukte. Die Transportaufkommen variieren in den einzelnen Sektoren: Im Sektor „Technology“ waren sie im Berichtsjahr rückläufig, bei „Engineering & Manufacturing“ sowie „Automotive“ steigend. Da wir im Luftfrachtgeschäft besonders stark im Technologiesektor vertreten sind, liegt unsere Tonnageleistung insgesamt leicht unter dem Marktdurchschnitt. Vor allem einige unserer größten Kunden waren durch Kostendruck gezwungen, Teile ihres Geschäfts von der Luft- auf die für sie günstigere Seefracht zu verlagern. Nachdem wir im Vorjahr 2,44 MIO Export-Frachttonnen transportiert haben, sind wir im Jahr 2012 Marktführer in der Luftfracht geblieben.

Luftfrachtmarkt 2011: Top 4

Seefrachtmarkt legt stetig, aber verhalten zu

Der Seefrachtmarkt ist im Berichtsjahr stetig, aber verhalten gewachsen. Die im vierten Quartal übliche Hochsaison blieb jedoch fast vollständig aus. Das Wachstum des Gesamtmarkts betrug 1,9 % (Stand: Dezember 2012), DHL lag mit einer Wachstumsrate von 4,2 % (Stand: Dezember 2012) über diesem Niveau. Haupttreiber für die Zunahme der Seefracht waren innerasiatische sowie starke europäische Exporte, während auf den traditionellen Strecken zwischen Asien und Europa sowie zwischen Asien und Nordamerika die Mengen gesunken sind.

Der im Vorjahr zu beobachtende Rückgang bei den Frachtraten fand im Jahr 2012 ein Ende: Die Reedereien führten eine Reihe von allgemeinen Preissteigerungen durch, womit sie die effektive Kapazität am Markt so weit reduzierten, dass die Schiffe während des gesamten Jahres gut ausgelastet waren. Nachdem wir im Vorjahr ein Volumen von 2,72 MIO 20-Fuß-Container-Einheiten transportiert hatten, sind wir im Jahr 2012 der zweitgrößte Anbieter in der Seefracht geblieben.

Seefrachtmarkt 2011: Top 4

Landverkehrsmarkt wächst langsamer

Infolge des schwierigen gesamtwirtschaftlichen Umfelds schwächte sich das Wachstum auf dem europäischen Markt für Straßentransport im Verlauf des Jahres 2012 auf 0 % bis 2 % im Jahresdurchschnitt ab, im Vorjahr betrug es 3 % bis 5 %. Während sich der Markt in Deutschland und einigen anderen Teilen Mitteleuropas noch zufriedenstellend entwickelt hat, verzeichnete er in mehreren südeuropäischen Ländern einen Rückgang. DHL ist im Geschäftsfeld Freight mit einem Anteil von 2,4 % im Jahr 2011 nach wie vor einer der führenden Anbieter auf dem europäischen Markt geblieben. Unser Umsatz ist mit dem Gesamtmarkt gewachsen.

Europäischer Markt für Straßentransport 2011: Top 5

Umsatz- und Ergebnisentwicklung

Speditionsgeschäft wächst in schwachem Markt profitabel

Im Unternehmensbereich GLOBAL FORWARDING, FREIGHT ist der Umsatz im Berichtsjahr um 3,6 % auf 15.666 MIO € (Vorjahr angepasst: 15.118 MIO €) gestiegen. Darin sind positive Währungseffekte in Höhe von 507 MIO € enthalten. Während des gesamten Jahres 2012 war die Umsatzentwicklung im Speditionsgeschäft verhalten. Der Markt hat sich spürbar abgeschwächt, die konjunkturellen Rahmenbedingungen blieben unsicher. Dennoch ist unser Geschäft profitabel gewachsen.

Im Geschäftsfeld Global Forwarding hat sich der Umsatz im Berichtsjahr um 4,6 % auf 11.604 MIO € (Vorjahr: 11.094 MIO €) erhöht. Lässt man positive Währungseffekte in Höhe von 467 MIO € unberücksichtigt, betrug der Zuwachs 0,4 %. Das Bruttoergebnis hat sich um 7,6 % auf 2.655 MIO € (Vorjahr: 2.468 MIO €) verbessert.

Erfreuliche Fortschritte haben wir im Projekt New Forwarding Environment erzielt.


Bruttoergebnisse in der Luft- und Seefracht auf gutem Niveau

Im Berichtsjahr ist der Umsatz in der Luftfracht im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen, in der Seefracht hingegen gewachsen. Die transportierten Volumina entwickelten sich dementsprechend: In der Luftfracht sind sie gesunken, in der Seefracht gestiegen. Insgesamt konnten die Margen und somit die Bruttoergebnisse auf einem guten Niveau gefestigt werden.

In der Luftfracht sind die Volumina gegenüber dem Vorjahr um 5,3 % gesunken. Grund dafür ist vor allem der Nachfragerückgang aus dem Technologiesektor. Im vierten Quartal konnte der Rückgang gebremst werden, die Frachtraten – vor allem auf den Frachtlinien aus Asien heraus – sind leicht angestiegen. Im kurzfristigen Spotmarkt ergaben sich punktuell Möglichkeiten durch die weiterhin bestehenden Überkapazitäten. Diese entstanden aufgrund des relativ starken Zuwachses an Passagierflugzeugkapazitäten gegenüber einem relativ schwachen Rückgang an Frachtflugzeugkapazitäten. Der Umsatz ist im Berichtsjahr um 1,0 %, im vierten Quartal um 2,7 % gesunken. Das Bruttoergebnis hat sich im Berichtsjahr um 2,9 % verbessert.


Global Forwarding: Umsatz
MIO 
2011 2012 + / – % Q4 2011 Q4 2012 + / – %
Luftfracht 5.573 5.517 –1,0 1.436 1.397 –2,7
Seefracht 3.544 3.738 5,5 895 921 2,9
Sonstiges 1.977 2.349 18,8 576 624 8,3
Gesamt 11.094 11.604 4,6 2.907 2.942 1,2


Global Forwarding: Volumina
Tausend
2011 2012 + / – % Q4 2011 Q4 2012 + / – %
Luftfracht Tonnen 4.378 4.147 –5,3 1.105 1.070 –3,2
davon Export Tonnen 2.447 2.327 –4,9 624 606 –2,9
Seefracht TEU 1 2.724 2.840 4,3 682 701 2,8
  1. 1 Twenty-foot Equivalent Unit (20-Fuß-Container-Einheit)


In der Seefracht lagen die Volumina im Jahr 2012 um 4,3 % höher als im Vorjahr. Während die Nachfrage auf den traditionellen Ost-West-Handelsverbindungen stagnierte, wuchs sie auf den Nord-Süd-Routen und innerhalb der Kontinente, allen voran innerhalb Asiens. Eine Reihe unserer Lieferanten hat im vierten Quartal neue, größere Schiffe in Betrieb genommen. Dadurch haben sich die Einkaufskonditionen am Markt verbessert. Umsatz und Bruttoergebnis sind im Berichtsjahr um jeweils 5,5 % gewachsen.

Im industriellen Projektgeschäft (in Tabelle A. 53 als ein Teil von „Sonstiges“ ausgewiesen) sind wir im Berichtsjahr stark gewachsen. Der Anteil des Umsatzes unter „Sonstiges“, der auf Industrieprojekte entfällt, ist auf 38,7 % (Vorjahr: 35,6 %) gestiegen. Auch das Bruttoergebnis hat sich erneut verbessert.


Landverkehrsgeschäft wächst stabil

Das Geschäftsfeld Freight weist für das Jahr 2012 mit 4.192 MIO € einen Umsatz aus, der den angepassten Vorjahreswert von 4.162 MIO € um 0,7 % übertrifft. Darin enthalten sind positive Währungseffekte in Höhe von 41 MIO €; ohne diese lag der Umsatz um 0,3 % leicht unter dem des Vorjahres. Vor allem in Skandinavien und den Benelux-Ländern sind die Volumina zurückgegangen. Vornehmlich in Deutschland und Osteuropa haben wir mehr Umsatz erzielt. Das Geschäft von Standard Forwarding in den Vereinigten Staaten trug im Berichtsjahr
1,7 % zum Umsatz des Geschäftsfeldes Freight bei. Wir haben es im Juni 2011 erworben, um das Landtransportgeschäft außerhalb des europäischen Kernmarktes voranzutreiben. Trotz des anhaltenden Margendrucks überstieg das Bruttoergebnis mit 1.155 MIO € den Vorjahreswert um 6,0 % (Vorjahr angepasst: 1.090 MIO €).

Zum 1. Januar 2012 ist die Verantwortung für das nationale Stück- und Teilladungsgeschäft in der Tschechischen Republik vom Unternehmensbereich EXPRESS auf Freight übergegangen. Die Vorjahreszahlen der Segmentberichterstattung wurden entsprechend angepasst.


EBIT steigt dank hoher Bruttoergebnismargen

Das EBIT für den Unternehmensbereich hat sich dank hoher Bruttoergebnismargen und stetig steigender Effizienz um 16,4 % auf 512 MIO € (Vorjahr angepasst: 440 MIO €) verbessert. Die Umsatzrendite betrug 3,3 % (Vorjahr: 2,9 %).

Im vierten Quartal fiel der Ergebniszuwachs mit 27,7 % auf 166 MIO € (Vorjahr angepasst: 130 MIO €) noch deutlicher aus. Die Umsatzrendite hat sich im Quartalsvergleich von 3,3 % auf 4,2 % verbessert.

Das Net Working Capital ist dank eines besseren Forderungsmanagements gegenüber dem Vorjahr gesunken. Der operative Cashflow lag im Berichtsjahr mit 647 MIO € leicht unter dem angepassten Vorjahreswert von 670 MIO €.

Geprüft